FCI-EM’15 im Rückspiegel – aus Sicht von Kurt Müller (Schweiz)

Okt 27th, 2015 | By GK | Category: Rennen, Veranstaltungen

Nach einigen Jahren der Abwesenheit (wir besassen eben Hunde die sich durch ihr Alter nicht mehr qualifizieren konnten) beschlossen wir dieses Jahr wieder einmal bei der FCI-Europameisterschaft teilzunehmen. Glücklich, gesund und fast staulos sind wir am Donnerstag, den 3. September 2015, in Hünstetten angekommen. Die hervorragende Organisation lernten wir gleich zu Anfang kennen. So einen grosszügig bemessenen Stellplatz haben wir schon selten an vergleichbaren Titelrennen zugewiesen bekommen. Dieser positive erste Eindruck setzte sich die ganzen Tage fort. Sei es bei der Tierarztkontrolle, bei der  Infrastruktur, beim Rennablauf, bei der Bewirtung etc. alles ohne Fehl und Tadel. Wir können mit Fug und Recht sagen: was Besseres haben wir eigentlich noch nie erlebt. Kleinere Pannen fielen dabei gar nicht ins  Gewicht. Wahnsinnig positiv überrascht waren wir von der Anzahl von Helfern aus anderen Vereinen des DWZRV und sogar aus dem Ausland. Vielleicht kann mir von den Organisatoren jemand mal erklären wie das zustande kam, sind wir doch in der heutigen Zeit eher von Neid und Missgunst umgeben, die solch eine Solidarität und Hilfsbereitschaft ausschliesst.

Zwei Kritikpunkte müssen wir jedoch anbringen. Vorab möchte ich aber darauf hinweisen, dass der veranstaltende WRU nichts dafür kann.

  1. Was hat man sich bei dem geänderten Laufsystem eigentlich gedacht? Jahrzehntelang konnte man den Trend beobachten, dass die Hunde nicht zuviele Läufe absolvieren müssen. Bei dem jetzigen System ist es wieder möglich, dass einzelne Hunde  vier Läufe an einem Tag zu absolvieren haben. Hand aufs Herz, in Hünstetten hat sich gezeigt, dass manche Hunde, vom Leistungsvermögen her, nicht an dieses Titelrennen gehören. Deshalb begrenzt die Meldezahl pro Rasse, Geschlecht und Land wieder auf 6 Hunde (zuzüglich Titelverteidiger). Dann könnte man  das Titelrennen aufgrund der verminderten Teilnehmerzahl auch wieder an zwei Tagen durchführen.
  2. Eindeutig überschritten wurden die Grenzen des Fairplays und des Anstands bei der Siegerehrung der Greyhound-Hündinnen. Es ist schon haarsträubend was einige Zuschauer im Gegensatz zu den Bahnbeobachtern und dem Schiedsgericht gesehen haben wollen. Auch alle nach der Veranstaltung im Netz publizierten Aufnahmen zeigen lediglich,  dass die beiden Favoritinnen ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit starkem Körpereinsatz sich geliefert haben. Der für manche Zuschauer enttäuschende Rennausgang berechtigt diese noch lange nicht bei der Siegerehrung mit Buhrufen und Pfiffen auf das Abspielen der Nationalhymne zu reagieren. Was zum Teil im Netz darüber wiedergegeben wird, spottet jeder Beschreibung.

Trotz dieser Negativpunkte bin ich froh dass ich die FCI-Europameisterschaft 2015 in Hünstetten miterleben durfte. Ich bedanke mich hiermit nochmals beim WRU und allen seinen Helfern aus dem In- und Ausland für die tollen Tage die wir alle in Hünstetten erleben durften.

Kurt Müller

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