Anspruchsvolles internationales Coursing in Hünstetten

Sep 13th, 2016 | By GK | Category: Bericht und Ergebnisse, Coursing, Veranstaltungen
Liebe Windhundfreunde, wer denkt, dass ein internationales Coursing ein lockerer Freizeitspass ist, wurde am Wochenende, 10. und 11. September, in Hünstetten eines Besseren belehrt. Trotz intensivster Bemühungen des Teams um das Coursing-Gelände (Mähen, frischer Aufwuchs, Mulchen usw., die sich über Wochen hinzogen) war in meinen Augen der Court sehr anspruchsvoll, da Herr Petrus sich wohl um einen Monat vertan und den Hochsommer einfach in den September gelegt hat.
Sehr angenehm war, dass die Teilnehmer in zwei Felder geteilt wurden, so dass am Samstag und Sonntag gezogen werde konnte und es ruhig und entspannt zuging. Das gab dem Team und mir die Möglichkeit, am Samstag, dem Tag mit den meisten Teilnehmern, den zweiten Lauf direkt an den ersten Lauf anzuschließen, damit wir nicht in die große Mittagshitze kamen. Dafür verzichteten die Richter, das Team und alle Teilnehmer auf die wohlverdiente Mittagspause und dafür möchte ich mich bei allen ganz herzlich bedanken. Die Sportordnung des DWZRV gibt es her, insofern man die Ruhezeiten für die Hunde einhält und es war allemal besser, als in brütender Mittagshitze den zweiten Durchgang zu starten oder diesen gar abzusagen. Und satt ist trotzdem jeder geworden, weil das Team in der Küche sich der Situation blitzgeschwind angepasst hat und die Leckereien ja auch mal zwischendurch gut schmecken.
Belohnt wurden wir durch die Leistung der vierfüssigen Sportler. Es gab jede Menge spannende Läufe und vor allem die Whippets liefen zur Hochform auf. Dabei war es gar nicht so einfach, dem nimmermüden Hasen, gezogen von Berd Riedel und Heinz Papenberg, konstant zu folgen. Das Gelände steigt über die komplette Länge leicht an und just bei der letzten Geraden bergab machte der Hase noch mal einen ordentlichen Haken, so dass sich mancher Sprinter auf einmal weit ausserhalb des gesteckten Laufs befand und auch der vermeintlich schnellere Hund hier das Nachsehen hatte und nur der Jäger mit Erfahrung und Köpfchen am Hasen bleiben konnte. Der Samstag verlief ohne grössere Verletzungen.

Am Sonntag war das Teilnehmerfeld kleiner. Bedauerlicherweise konnten die Scotish Deerhounds nicht kommen, so dass eine Rasse komplett fehlte, was mir sehr leid tat. Dafür waren doch etliche Besitzer mit ihren Afghanen gekommen, stark vertreten auch die Salukis und wir durften sogar die schönen Pharaohs begrüssen. Es gab nur einen technischen Lauf und keine Lizenzläufe, so dass wir am Sonntag die reguläre Mittagspause von einer Stunde einhalten konnten. Und die brauchten wir alle, denn bei den Salukis verletzte sich eine Hündin. Sie brach sich einen Vorderlauf. Und so schlimm das alles auch für die Besitzerin, die Hasenzieher und überhaupt für alle war, ich fand es unglaublich toll, wie alle zusammengehalten haben. Ich hatte eben die Infusion zur Kreislaufstabilisierung gelegt und das Schmerzmittel verabreicht, da war auch schon ein Auto für den Transport in die nächste Klinik vor Ort, der Rennleiter persönlich am Steuer. Die nette Dame, die mir bei der Versorgung des Hundes zur Hand ging, stieg spontan mit ins Auto, damit die Besitzerin sich um das Salukimädchen kümmern konnte und nicht alleine sein musste. Die beiden kannten sich vorher wohl nicht. Ich halte das für keine Selbstverständlichkeit und bedanke mich hier nochmal ausdrücklich bei allen spontan helfenden Händen. Dem Salukimädchen und ihrer Besitzerin geht es soweit auch wieder gut, die Fraktur ist chirurgisch versorgt und nun kann es wieder aufwärts gehen.

Laßt uns einen Moment inne halten und darüber nachdenken, welche enorme Leistung den Hunden in unserem Sport abverlangt wird und welche Verantwortung wir tragen, wenn wir es unseren Lieblingen ermöglichen, ihr Wesen auszuleben. Ich bin jedesmal dankbar, wenn es für mich nichts zu tun gibt und werde auch weiterhin bemüht sein, alle im Auge zu behalten. Das war wieder mal ein aufregendes Wochenende!
Alles Liebe von Eurer Tierärztin Sabine Maass mit ihrem William und Valois

Herzlichen Dank an Stephan Tietze, der uns die Bilder zur Verfügung stellte!

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