EM’15 Hünstetten – Rückblick in Bild und Text

Sep 14th, 2015 | By GK | Category: Aktuell, Rennen, Veranstaltungen

Liebe Windhundfreunde, an dieser Stelle wollen wir mit mehreren Beiträgen in zwangloser Reihenfolge von diesem Riesen-Event im Amateur-Windhundsport berichten. Die Bilder von den Läufen am Freitag sind von Rainer Scholz. Den Textbeitrag hat Peter Hartard verfasst.

Hünstetten und die EM’15

Gleich den einzigen Kritikpunkt vorweg, damit wir uns dann der gelungenen Veranstaltung widmen können. Die Lautsprecheranlage war einfach nur schlecht. Nicht nur dass die Teilnehmer die Laufzusammenstellungen nicht verstanden haben, sondern auch die Aufrufe zu ihren Läufen wurden nur teilweise wahrgenommen. Auch konnte man wegen der Lautsprecheranlage die Rennen, den Rennverlauf nicht richtig kommentieren, so dass ein Teil der Spannung verloren ging. Und zum Schluss hat auch die Siegerehrung etwas an Glanz verloren, weil auch da viele Worte einfach von der Anlage verschluckt wurden. So das war es an Kritik. Nun zu dem was die Veranstaltung so besonders und so erfolgreich gemacht hat.

Im Vorfeld wurde schon versucht Einfluss zu nehmen auf die Läufe. So wurde versucht die Greyhounds schon freitags laufen zu lassen, weil einige unter den Zweiflern Bedenken hatten, dass die Bahn am Sonntag zum Ende des Rennens, am Ende ist. Glaubt denn wirklich jemand, man hätte sich im Vorfeld keine Gedanken gemacht, ob die Hasenzugmaschinen für so viele Rennen durchhalten. Oder ob das Geläuf von den vielen Hunden aufgewühlt wird und wir am Ende des Rennens nur noch einen Sandkasten vorfinden. Oder ob der Innenboden der Startkästen den enormen Kräften die die Hunde beim Start mit ihren Pfoten aufbringen standhält? Klar wurden die Maschinen überholt und eine „neue Ersatzmaschine angeschafft“ so dass man 3 Maschinen zu Verfügung hatte. Auch der Trekker wurde zur Inspektion gebracht und einiges umgebaut, um mit diesen Verbesserungen noch gezielter das Geläuf bearbeiten zu können. Beim Innenboden der Startkästen wurden im Laufe der Wochen und Monate beim Bearbeiten die eine oder andere Variante versucht, bis man sich klar war, wie vorzugehen ist. Alle diese Anstrengungen haben dazu geführt, dass der Ablauf der Hasen-Maschinen (bis auf einen Zwischenfall bei den WH im H-Finale), ohne Zwischenfälle vonstatten ging. Auch der Trekker zum Abziehen sowie das Gespann des Wasserwagens machten keinen Ärger. Das Geläuf zeigte sich am Schluss der Veranstaltung noch genauso außerordentlich gut, wie beim ersten Lauf. Selbst der Startkasten-Innenboden und das unmittelbare Geläuf vor dem Kasten präsentierten sich nach ca. 300 Starts noch in einem hervorragenden Zustand. Einige der Sandbahnbetreiber wissen sehr genau was sie tun und haben die letzten Jahre viel Erfahrungen gesammelt, die sie bei so einem Großereignis dann einbringen können. Auch hier haben sie wieder dazugelernt und Wissen für die Zukunft, was man einem Geläuf, dem Startkasten, der Hasenmaschine sowie dem Trekker abverlangen kann. Klar braucht es immer auch etwas Glück, damit alles reibungslos abläuft, aber in erster Linie ist es die Menge an Erfahrungen, die man im Laufe der Zeit sammelt, dass man so eine Mammutveranstaltung „so gut über die Bühne bekommt“.

Nun zu den verschiedenen Teams, die dieses Wochenende (das ja über 3 Tage ging) meisterlich bewältigten.

Als erstes wäre da die Crew um Manfred Müller zu erwähnen. Die Planung der einzelnen Parzellen für Wohnwagen/Wohnmobile sowie der Verkaufsstände und der PKW-Parkplätze war schon eine enorme Herausforderung. Die ganze Woche über jeden ankommenden Teilnehmer und Funktionär auf „seinen“ Platz zu bringen und den Überblick nicht zu verlieren, war schon eine menge Arbeit. Und das von früh am Morgen bis spät in den Abend. Aber wer Manfred kennt, weiss, der hat das was er tut immer im Griff!

Die Hasenzieher haben „ihren Hasen“ immer im Griff gehabt. Gekonnt mit der nötigen Ruhe und ihrer Erfahrung haben sie die Hunde ums Oval gezogen. Leider gab es einen Zwischenfall bei den Salukis, der Gott sei Dank nicht schlimm endete. Auch die „Gast-Hasenzieher“ haben gezeigt, dass sie ihr Fach beherrschen und haben gemeinsam mit den Hünstetter Hasenziehern die Hunde übers Wochenende gezogen. Besonders Bernd und Heinz möchte ich erwähnen, die immer das nötige Auge haben, um ein Rennen lesen zu können und denen man gerne ein Rennen, den Lauf und seinen Hund anvertraut! Auch Rita Rüsing möchte ich noch anführen, die ihre Sache sehr gut gemacht hat. Sie hat sich nicht von dem Event EM beeindrucken lassen und hat ihr Erlerntes souverän umgesetzt.

Das Geläuf war außerordentlich gut präpariert und bei keinem Lauf hatte man ein ungutes Gefühl. Da kann ich nur ein dickes Lob aussprechen, denn ich weiß sehr wohl und nur zu gut, was für eine Arbeit dahinter steckt.

Die Sattelplatz-Mannschaften haben mit der nötigen Übersicht die Hunde und deren Besitzer jederzeit im Griff gehabt. Sie haben da schon die Hektik, die nun mal bei den Besitzern vorherrscht etwas entschärft und haben gekonnt die Hunde zum Startkasten geschickt. Die Startkasten-Manschaften (es waren ja auch da verschiedene Teams) haben gekonnt den Besitzern und den Hunden durch ihre ruhige und bestimmte Vorgehensweise, die nötige Ruhe vermittelt. Aber auch die Besitzer waren sehr diszipliniert. (Vielleicht auch, weil sie immer die nötige Führung hatten) Das Einsetzen der Hunde ging fast ausnahmslos ruhig vonstatten und auch das Öffnen der Box war auf den Punkt. Es gab keine lange Wartezeiten, weder vor dem Einsetzen noch der Verbleib im Kasten. Sofort wurde die Box beim Erreichen des Hasen am Startkasten geöffnet, so dass die Hunde immer und direkt vom Hasen geführt wurden. Auch bei der 350 m-Box für die Whippets war durch das schnelle und gleichzeitige Öffnen mit dem Hasen, der Hase immer im Blickfeld der Hunde. Nach jedem Lauf wurde jede einzelne Box geglättet und jede einzelne Box nach Bedarf gewässert – das war schon beeindruckend. Auch direkt vor den Boxen wurde nach jedem Lauf die Schaufel, der Rechen geschwungen und die Handwalze eingesetzt. Selbst vor dem Kasten, auf dem grünen Teppich, wurde der Besen zum Einsatz gebracht, damit es auch da mit keinem Sandkorn zur Behinderung kommen konnte. Am Auslauf – weil es ja da auch ab und an Wild-West sein kann, wurden Hunde und Besitzer mit der nötigen Übersicht geführt. Vielleicht hat ja auch das kleine Renntag 1×1 dazu beigetragen, wer weiß?  Gratulation an die Teams: „So muss das sein“. Und danke für Euren Einsatz zum Wohle der Hunde!

Aber auch die Teams in der Küche, bei der Essensausgabe, am Schwenkgrill oder an der Kasse haben alle ihr Bestes gegeben und hatten mehr als alle Hände voll zu tun. Das Team im Getränkewagen war von früh bis spät unter Belagerung und es musste ein Faß nach dem andern angezapft werden. Merci an Euch alle, ich weiss, was es für eine enorme Arbeit ist, eine Veranstaltung nicht nur auf die Beine zustellen, sondern auch am Laufen zu halten!

Die Stimmung unter den Teilnehmern war mehr als nur freundlich. Besonders abends im Zelt wurde getanzt und gesungen im Takte der Musik. Apropos Musik: Die Band „Grenzrock“ war der Hammer und hat für eine klasse Stimmung gesorgt. Lieder, die fast alle kannten und somit auch mitsingen oder besser mitgrölen konnten. Essen und Trinken gab es mehr als genug. Besonders beim Trinken dachte man, es gibt morgen nix mehr und so wurde auf Vorrat getrunken, dass die Vorräte schwanden. Auch ich hatte meinen kleinen Schwips am Freitagabend (wusste am nächsten Tag irgendwie jeder) aber es war eben „nur gemütlich“ und „einfach schön“.

Außer der Vergabe eines EM-Titels an die verschiedenen Windhunderassen sollte man noch einen Fairness-Preis ausgeben. Den hätte in diesem Jahr bestimmt Marianne Arnold bekommen. Ihre Greyhoundhündin „Venus“ hatte sich im Kasten gedreht noch vor dem Schließen der Boxentür und damit es keine Wartezeit für die anderen Hunde gibt, hat sie ihre Hündin herausgeholt und gebeten den Kasten zu öffnen. Damit das Rennen sofort gestartet werden kann und die anderen Hunde nicht zu lange in der Box verbleiben mussten. Marianne, das nennt man sportlich fair: Respekt!

Dass nun auch das Wetter mitgespielt hat, war zum Gelingen dieser Veranstaltung noch das Sahnehäubchen. Hünstetten, ich kann nur sagen: Chapeau zu dieser EM!

Peter Hartard

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