Kurzbericht von der Sloughi-JAS am Samstag und ein Kommentar zum Ablauf des Rennens am Sonntag

Jul 25th, 2013 | By GK | Category: Ausstellung, Bericht und Ergebnisse, Bericht und Ergebnisse, Rennen, Veranstaltungen

Liebe Windhundfreunde, wenn Sie weiterblättern, finden Sie im Anschluß einen Bericht aus Sicht unserer Tierärztin Sabine Maaß von der Zuchtschau und Sloughi-Jahresausstellung, weitere Bilder von Stefan Schawo und Karin Kölsch sowie einen Kommentar zum Ablauf des Rennens aus der Sicht des Veranstalters.

Die Jahresausstellung der Sloughis am Samstag, den 20.7.2013

Spätestens am Vorabend der Veranstaltung waren drei Dinge in Stein gemeiselt: Erstens, der Wettergott meint es gut mit uns und zweitens: wir haben erstaunlich gute Meldezahlen und drittens: die Personaldecke ist dünn.

Die Sonne am Samstag war noch nicht richtig aufgegangen, als unsere Küchenfeen schon am Zaubern waren. Die Sloughis hatten es sich um Herrn Schritt im Ehrenring gemütlich gemacht und für die orientalische Stimmung sorgten wieder die wunderschönen Stände mit allerlei Zubehör für die Windhunde, die sich in Richtung des Hauptringes ausgerichtet hatten. Pünktlich traf unsere Sonderleiterin Sabine Heitmann mit den Richtern ein, in ihrer Mitte Herr Prof. Dr. Friedrich, der Vorsitzendes des VDH Deutschland. Was für eine Ehre! Die außergewöhnliche Meldezahl von 71  Sloughis und drei Sloughi-Babys sorgte dafür, dass Herr Prof. Dr. Friedrich ordentlich was zu tun hatte. Wann hat man schon so viele Vertreter dieser schönen Rasse zusammen gesehen? Wahrscheinlich noch nicht einmal in Marokko. Ins Schwitzen kamen aber auch andere.

Ein neues Ringteam um die Richterin Frau Thompson aus Irland hatte sich im Whippet- und Greyhound-Ring zu bewähren und benötigte Sonderunterstützung. Andere Länder, andere Sitten. Während  Frau Melchior aus Luxemburg, Herr Schicker und Prof. Dr. Friedrich straff in die Mittagspause richteten, verabschiedete sich Frau Thompson zu einem „little break“ in die selbige. Aufgefallen ist es dem Ringpersonal erst dann, als nach 15 Minuten („little“), Frau Thompson noch nicht in Sicht war. Nach einer weiteren halben Stunde machte sich unsere Sonderleiterin auf die Suche und wurde auch schnell fündig. Man nahm es mit Humor. Ein bisschen mehr davon hätte es ausgerechnet am Sloughi-Ring gebraucht. Die Sonne hatte scheinbar nicht nur die Luft ordentlich aufgeheizt, sondern auch die Stimmung. Wenn dann der nötige Abstand fehlt, kann aus einem Mißverständis schon mal eine handfeste Auseinandersetzung werden, so dass aus einer kleineren Keilerei der Hunde unversehens ein Ringkampf der Besitzer wird. Ausgerechnet die kleinen Whippets sorgten jedoch für einen Besuch beim Tierarzt. Zwei Vertreter der temperamentvollen Engländer hatten ebenfalls eine Meinungsverschiedenheit, die mit dem Verlust eines kleinen Stückchens eines Ohrs endete. Die beiden Besitzerinnen waren sich hingegen alles andere als spinne feind, so dass es hier mit einem schicken Kopfverband und einem Gläschen Sekt endete.

Während sich vor dem Finale im Ehrenring die meisten Besucher und Aussteller ein schattiges Päuschen im Verpflegungszelt genehmigten, wurde hinter den Kulissen schon für das Internationale Rennen am Sonntag um- und aufgebaut. Das Team des WRU Hünstetten kämpfte sich tapfer durch den Tag. Noch vor Sonnenuntergang waren die letzten Sieger prämiert und alle konnten sich zu einem gemütlichen Zusammensein im Verpflegungszelt versammeln. Die Sloughi-Besitzer luden zum marokkanischen Buffet und einem orientalischen Unterhaltungsprogramm. So etwas bekommt man auch nicht alle Tage geboten. Die Stimmung unter den Besuchern konnte man durch aus als ausgelassen bezeichnen.

Während die einen feierten, zogen andere schon Bilanz. Und die fiel ein wenig ambivalent aus. Einerseits große Hilfsbereitschaft untereinander und spontane Unterstützung wenn Not am Mann war, andererseits eine Belastung des Einzelnen bis an die Grenzen. In der Regel kommt man in Teufelsküche, wenn man das eine tut oder das andere lässt. Gelegentlich findet man sich aber auch in der selbigen wieder, weil andere nichts tun.

Da jeder Tag ein Ende hat, durfte man auf den kommenden gespannt sein. Schließlich hatten sich für das Internationale Rennen über 200 Rennteilnehmer aus verschiedenen Ländern angesagt. Mittlerweile dürfte jeder wissen, dass aufgrund der intensiven Bestrahlung von oben der zweite Tag ein unerwartetes schnelles Ende nahm. Da ich mit meiner Stimme ebenfalls verantwortlich für dieses Ende war, möge man hier ein Wort in eigener Sache verzeihen: Liebe Hundefreunde. Niemand hat sich diese Entscheidung einfach gemacht. Ich kann die große Enttäuschung von vielen Involvierten gut nachvollziehen. Unsere Windhunde sind zwar aus hartem Holz geschnitzt, aber unverwüstlich sind sie nicht. Wir betreiben diesen Sport doch für unsere Hunde! Sie sind uns anvertraut und genießen unsere Sorge um ihr Wohlbefinden und unsere Liebe. Der eigene Ehrgeiz sollte darin bestehen, dass jeder gesund seinen Weg ins Ziel findet. Man geht mit diesem Sport ja immer ein gewisses Risiko ein, dass es zu Verletzungen kommt, aber wenn es absehbar ist, dass möglicherweise der eine oder andere auf der Strecke bleibt, kann man sich nicht anders entscheiden. Mag sein, dass der eine oder andere Gast und auch die Pressevertreter enttäuscht abgezogen sind, ich finde die Entscheidung des Schiedsgerichts, die Leitlinien des WRU Hünstetten und auch des DWZRVs beispielhaft. Sie haben gezeigt, dass uns trotz Hochleistungssport der Sinn für das einzelne Tier nicht abhandengekommen ist, und dass wir die Belange unserer Windhunde vor unsere eigenen stellen. Und das ist großartig und hätte durchaus auch eine Pressemeldung verdient.

Seid alle lieb gegrüßt von der Sabine und ihrem Willy

Weitere Bilder von der Sloughi-Jahresausstellung von Stefan Schawo. Wir bedanken uns herzlichst!

GOLDEN RABBIT – European Sandbahn-Derby – am Sonntag, 21. Juli 2013

Liebe Sportfreunde, der Abbruch des Rennens hat ja auf einigen Listen zu – teils sachlichen und teils unsachlichen – Diskussionen angeregt. Wir wollen an dieser Stelle nochmals emotionslos den Ablauf des Tages aus unserer Sicht darstellen.

Natürlich hatten wir im Vorfeld täglich den Wetterbericht verfolgt. Er sagte für das Wochenende im Rhein-Main-Gebiet Temperaturen von bis zu 30 Grad voraus. Das hieß für uns z.B. Wiesbaden = 30 Grad, Hünstetten immer ca. 3 bis 4 Grad weniger, also ca. 27 Grad. Leider kam es anders. Schon bei den Vorläufen kamen Bedenken, daß es wärmer werden könnte. Es gab ein erstes Treffen von Schiedsgericht mit den Tierärztinnen mit dem Ergebnis, daß die 2. Vorläufe entfallen, damit die Hunde eine längere Erholungsphase erhalten. Man verabredete sich für 13.45 Uhr um dann eine endgültige Entscheidung zu treffen. Vom Schiedsgericht wurde der Abbruch des Rennens mit dem Stand der Zeiten der Vorläufe beschlossen. Erst ab diesem Zeitpunkt konnte im Sekretariat die Fortschreibung sowie die Bearbeitung der Hundepässe erfolgen. Die Auswertung und die Ermittlung von S+L konnte auch erst dann weitergeführt werden! Es wurde beschlossen gegen 16 Uhr die Siegerehrung durchzuführen. Nach Absprache wurde für die Ehrung ein Schattenplatz ausgesucht, welcher zu dieser Zeit nur vor dem Vereinshaus zu finden war. Der Innenraum mit den Siegerpodesten bietet zwar enorm viel Platz an, wurde aber von uns wegen der dort herrschenden direkten Sonneneinstrahlung verworfen.

Gegen 15.30 Uhr wurden wir von der Ankunft der Agentur zur Dopingkontrolle völlig überrascht. Da keine weiteren Läufe gezogen wurden, entschied man, Hunde aus den Vorläufen für die Proben zu ermitteln. Es gab die klare Ansage, daß man die ausgewählten Hunde nach der Siegerehrung zur Kontrolle bitten möchte. Es sollte kein Hund vor der Siegerehrung das Gelände verlassen. Weder die ausgewählten Hunde noch die Rassen waren uns bekannt. Die Hundepässe standen zu Beginn der Siegerehrung vom Sekretariat bereit zur Ausgabe. Die Damen des Sekretariats wurden darauf hingewiesen, dass während der Siegerehrung keine Hundepässe ausgegeben werden dürfen, auch wurde erst nach der Ehrung bei der jeweiligen Rasse bekannt gegeben, welcher Hund zur Abnahme der Probe ausgesucht wurde!

Leider ist es nun mal so wenn bekannt wird, dass Dopingkontrollen stattfinden, praktisch jeder Hund unter Verdacht steht. Wie wir alle wissen, ist die Dopingkontrolle einer privaten Organisation übertragen worden. Wenn wir uns an die Kontrolle bei der KSM im Mai erinnern, war die Vorgehensweise eine andere. Bei dieser Veranstaltung hatten wir auch eine Beteiligung von 180 Hunden. Wir können versichern, dass die jetzige Vorgehensweise auch uns negativ beeindruckt hat und wir werden dementsprechend um Stellungnahme vom Verband bitten, des weiteren können wir versichern, dass wir unseren guten Ruf durch solche Praktiken nicht beschädigen lassen.

Etwas verwundert nahmen wir zur Kenntnis, daß in diesem Jahr schon zum zweiten mal in Hünstetten eine Kontrolle durchgeführt wurde. Aber auch die Tatsache, daß nur ausländische Hunde kontrolliert wurden, regt zum Nachdenken an. War das nur Zufall? Einige ausländische Teilnehmer stellten die Frage ob wir sie nicht mehr wollen? Hier können wir versichern, daß das Gegenteil der Fall ist.

Selbstkritik üben wir insofern, daß die Siegerehrung zügiger durchgeführt werden sollte. Abschließend können wir allen Sportfreunden versichern, daß dieser Ablauf absolut nicht in unserem Sinne war und bitten die Teilnehmer um faire Bewertung.

Nachstehende Bilder sandte uns Karin Kölsch (kk-pix.de).Auch hier ein herzliches DANKE!

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