Bundessieger-Rennen 2011 im Rückspiegel

Jun 24th, 2011 | By GK | Category: Bericht und Ergebnisse, Rennen, Veranstaltungen

19. Juni 2011 – Endlich ein Titelrennen in der Windhund-Arena, darauf hatten wir lange gewartet. Das war Ansporn für den Verein, eine gute Veranstaltung zu organisieren und sich von der besten Seite zu präsentieren. Also wurde im Vorfeld alles geplant, an drei Samstagen war Arbeitseinsatz angesagt, um die Arena auf Hochglanz und das Geläuf in Bestform zu bringen.

Wir hatten uns entschieden, ein Festzelt zu stellen. Getränkewagen, Kühlwagen, Festzelt-Garnituren, alles war geordert und sollte spätestens freitags, 10 Uhr, angeliefert werden. Dann kam der erste Anruf, daß es ca. 13 Uhr wird. Kein Problem, wir hatten ja noch Zeit. Es wurde 13 Uhr, 15 Uhr, 17 Uhr, der Lieferant war auch telefonisch nicht mehr erreichbar. Am Samstagmorgen stand der Getränkewagen vor dem Gelände und es gab einen Anruf, daß alles weitere auf dem Weg sei. Nun ja, wir glaubten es. Als es allerdings Mittagszeit wurde und noch nicht geliefert war, galt es zu handeln. In verschiedenen Getränke-Märkten wurde Kastenware eingekauft. Wo bekommen wir kurzfristig noch Tische und Bänke her? Die Handys glühten, ein LKW wurde gemietet um noch Festzelt-Garnituren aus Limburg zu holen. Es wurde improvisiert und am späten Nachmittag konnte Vollzug gemeldet werden. Wir waren bereit, die Teilnehmer zu versorgen aber die Nerven hatten gelitten. Von dem Getränkehändler haben wir nichts mehr gehört, der Ausschankwagen steht immer noch auf dem Gelände.

Etliche Teilnehmer waren freitags und samstags angereist. Somit konnten mehr als 100 Hunde schon samstags Anmeldung und Tierarztkontrolle absolvieren. Zwei Tierärztinnen standen bereit – alles lief zügig und ohne Wartezeiten. Auch Tony Gallagher, ein Freund unseres Vereins, war frühzeitig angereist und etliche Teilnehmer nahmen die Gelegenheit wahr, ihre Hunde von ihm checken zu lassen.

Für den Abend im Festzelt hatten wir zur Unterhaltung Steve Reeves, der schon bei der WM in Sachsenheim für Stimmung sorgte, engagiert. Aber, wie schon im letzten Jahr, zogen es viele Teilnehmer vor, im Wohnwagen zu bleiben. Warum nutzt man nicht die Gelegenheit zur Kommunikation? Wir haben doch ein gemeinsames Hobby und mit Gleichgesinnten zu diskutieren, zu fachsimpeln, zu feiern, und neue Freunde kennenzulernen gehört doch auch dazu, es ist doch ein Teil der gemeinsamen Interessen.

Doch nun zum Rennen: Mit kleiner Verspätung startete am Sonntag der erste Vorlauf um 8.05 Uhr. Schon in den Vorläufen war die Klasse, die an diesem Tag an den Start ging, erkennbar. Selten haben wir schon in den Vorläufen solch packende Positionskämpfe erlebt. Insgesamt war es ein reibungsloser Ablauf mit nur einer kleinen Panne – ein Zahnriemen war gerissen. Das Wetter hätte besser (aber auch schlechter) sein können. 1. und 2. Vorläufe waren pünktlich beendet und nach ca. 1,5 Stunden Mittagspause begannen um 13.45 Uhr die B- und C- und danach die A-Finalläufe.

Sportlich war es zumindest bei den Whippets und Greyhounds ein Rennen auf allerhöchstem Niveau. Sensationelle neun neue Bahnrekorde wurden gelaufen, was einerseits für die Qualität und Leistungsbreite der teilnehmenden Hunde, andererseits aber auch für die Qualität des Geläufs in der Windhund-Arena spricht. Erfreulich auch die Teilnahme an den B- und C-Finalläufen – die hier gelaufenen Zeiten sprechen für sich. Erfreulich auch, daß es an diesem Tag (soweit bekannt) nur zwei leichtere Verletzungen gab.

Nachdenklich machen uns die Teilnehmerzahlen der sogenannten Minderrassen sowie der Afghanen und Salukis. Bei den Afghanen kann man etwas tun, erste Schritte sind eingeleitet. Aber nur wenige Azawakh, Saluki und Sloughi waren am Start – Warum??? Läuft das dann doch darauf hinaus, daß in wenigen Jahren nur noch Whippets und Greyhounds auf Rennbahnen starten? Oder melden einige Besitzer nicht, weil bei der jeweiligen Rasse zur Zeit ein schneller Hund vorausläuft? Ist das sportliche Fairness?

Pünktlich ca. 16 Uhr war das Rennen beendet, um 16.30 Uhr wurde zur Siegerehrung aufgerufen. Martin Haas, Obmann des VDH, bedankte sich beim ausrichtenden Verein und Burkhard Wenzlaff, Rennleiter des WRU, bedankte sich bei allen Helfern und Funktionären. Danach kletterten Sieger und Platzierte auf’s Podest um sich unter Fanfarenklängen für ihre gezeigte Leistung ehren zu lassen. Die Sieger erhielten die obligatorische Renndecke – diesmal etwas moderner, in den Farben schwarz/rot/gold gestaltet, Platz zwei bis sechs erhielten jeweils einen Acryl-Pokal in modischem Design. Alle neuen „Deutschen Meister“ stellten sich zum Gruppenfoto und unter den Klängen der Nationalhymne ging ein großartiger Windhund-Renntag zu Ende.

Der Windhund-Rennverein Untertaunus ist fit für weitere große Veranstaltungen und bedankt sich nochmals bei allen Teilnehmern, Helfern und Funktionären.

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